Im Alltag, in der Schule oder generell in der Gesellschaft fallen immer wieder Kommentare, die auf den ersten Blick harmlos wirken. Aber manchmal haben diese Worte eine Wirkung, die der Sprecher gar nicht beabsichtigt. Besonders wir Mädchen erleben solche Situationen oft. Egal, was wir tun oder anziehen, irgendjemand hat immer eine Meinung dazu,ob wir sie hören wollen oder nicht.
Ich erinnere mich an eine Situation aus meiner Schulzeit, die mir bis heute im Kopf geblieben ist. In einer Sportstunde trug ich eine Sportbluse, die extra für Frauen mit Kopftuch gemacht ist. Mein Lehrer schaute mich an und fragte: „Wie fühlst du dich in diesem Mantel? Fühlst du dich wohl damit?“
Im ersten Moment war ich echt irritiert. Ich meine, ich hatte ja keinen Mantel an, sondern normale Sportkleidung. Aber ich habe die Frage nicht persönlich genommen, obwohl ich das vielleicht hätte tun können. Ich weiß, wer ich bin und was ich will, und solche Kommentare treffen mich einfach nicht.
Aber was ist mit anderen? Was wäre, wenn ein anderes Mädchen diese Worte gehört hätte? Vielleicht jemand, der nicht so selbstbewusst ist? Worte können mehr auslösen, als man denkt selbst dann, wenn sie nicht böse gemeint sind.
Ich bin sicher, viele Mädchen kennen solche Momente. Trägt man ein Kopftuch, heißt es: „Ist das nicht zu viel?“ Entscheidet man sich für etwas Freizügigeres, kommt: „Ist das nicht zu wenig?“ Es fühlt sich oft so an, als könnte man es niemandem recht machen.
Und genau das ist das Problem. Es liegt nicht an uns Mädchen, sondern daran, dass manche Leute glauben, sie müssten immer ihre Meinung über unser Äußeres oder unsere Entscheidungen äußern. Oft denken sie dabei nicht mal darüber nach, was solche Kommentare bei uns auslösen.
Respekt beginnt da, wo wir anfangen zu verstehen, dass jeder Mensch seine eigenen Grenzen hat. Diese Grenzen zu achten, ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil, es zeigt Stärke und Empathie. Es geht auch nicht darum, Leuten den Mund zu verbieten. Aber vielleicht sollte man sich öfter fragen: Muss ich das jetzt wirklich sagen? Oder könnte das jemandem wehtun?
Ich schreibe das hier nicht, um jemanden anzugreifen. Mir geht’s einfach darum, einen Gedanken zu teilen. Was wäre, wenn wir alle aufhören würden, ständig andere zu bewerten, und stattdessen lernen, sie so zu akzeptieren, wie sie sind? Ohne unnötige Kommentare, ohne Urteile.
Am Ende geht’s doch darum, wie wir miteinander umgehen. Respekt heißt, die Grenzen anderer zu respektieren und jedem zuzugestehen, so zu sein, wie er oder sie möchte. Das ist keine Schwäche. Das ist die Basis für ein gutes Miteinander.
