Am 26.9. sind Bundestagswahlen. Viele unserer Schüler sind bereits 18 -Und damit dieses Jahr Erstwähler! Aber oft weiß man noch nicht so recht, ob man überhaupt wählen soll und wen. Deswegen hier von uns einige Argumente für dich, wählen zu gehen und einige Tipps, wie du dich informieren kannst.

Wenn du nicht wählen gehst, „wählst“ du prozentual alle Parteien. -Auch die, die du keinesfalls wählen würdest. Durch deine nicht abgegebene Stimme, vergrößert sich der prozentuale Anteil der anderen Stimmen. Deine „Stimme“ teilt sich damit quasi auf alle Parteien auf.

14% der in Deutschland lebenden Volljährigen dürfen nicht wählen. Das ist der Anteil der Erwachsenen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und damit nicht wählen dürfen. Wählen können ist ein Privileg, also nutze es. Wenn nicht für dich, dann für die, die es nicht können.

Minderjährige dürfen in Deutschland nicht wählen. Also sieh dich als Stimme der jungen Generation. Deine Stimme ist wertvoll für jeden politikinteressierten Jugendlichen, der sich noch nicht aktiv an der Wahl beteiligen kann.

Stimmen an kleine Parteien sind nicht verschenkt. Wenn die Partei über 0,5% (also nicht sehr viel) an Stimmenanteil hat, bekommen sie 0,85€ pro Wählerstimme. -Was sich doch zu einer beachtlichen Summe summiert. Kleine Parteien zu wählen heißt also nicht, seine Stimme zu verschenken, sondern diese Parteien auch finanziell zu unterstützen für den nächsten Wahlkampf.

Wählen ist deine Möglichkeit, die Politik zu verändern. Du störst dich daran, wie es derzeit in der Politik verläuft? Dann geh‘ wählen und veränder es. Du hast die Möglichkeit, durch deine Stimme die Zukunft zu verändern.

Keine Partei wird dich zu 100% überzeugen. Kein Wahlprogramm wird zu 100% deinen Vorstellungen der Zukunft entsprechen. Die Parteien müssen sich in einigen Punkten an andere Parteien angleichen und für eine große Bevölkerungsgruppe attraktiv sein. Außerdem bilden sich die meisten Regierungen aus Koalitionen, bei denen wieder einige Wahlprogramm-Punkte ausgehandelt werden. Also muss dich ein Wahlprogramm auch nicht zu 100% überzeugen. Achte auf Themenschwerpunkte der Parteien.

Fühl dich verpflichtet. Es ist deine Pflicht den Anderen gegenüber und der Demokratie gegenüber, wählen zu gehen. Es gibt zwar keine gesetzliche Pflicht zur Wahl zu gehen, doch für das gemeintschaftliche Wohl solltest du dich verpflichtet fühlen. Denk an all die, die in deiner Stimme gehör finden. Sei ein Vorbild für sie und geh verdammt nochmal wählen.

Informiere dich nur durch seriöse Quellen. Es sollte immer nachvollziehbar und korrekt recherchiert sein, dass die Parteien wirklich hinter dem stehen, was in dem Artikel gesagt wird. Am besten sollte die Quelle auch neutral sein. Für neutrale, korrekt recherchierte Quellen lassen sich die öffentlich-rechtlichen Nachrichten wie z.B. Die Tagesschau natürlich empfehlen.

Rede mit politikinteressierten Freunden. Unterhalte und diskutiere mit Ihnen. Sie werden die Politik wahrscheinlich schon länger verfolgen und können dir von politischen Aktionen der letzten Jahre erzählen. Natürlich kann auch beim Diskutieren mit Ihnen die Stellung anderer politischer Richtungen zu bestimmten Themen klarer werden.

Der Wahl-O-Mat stellt keineswegs eine einfache Wahlempfehlung dar. Lies dir immer durch, wie Parteien ihre Standpunkte zu den Themen des Wahl-O-Mats begründen. Es passiert oft, dass sich Parteien aus verschiedenen Gründen für oder gegen etwas gemeinsam entscheiden.

Es ist immer wichtig, die Erfahrung miteinzubeziehen. In der Politik zählen oft nicht nur die Wahlprogramme der Parteien sondern auch, wie sie ihre Themenschwerpunkte in der Vergangenheit in der Politik berücksichtigt oder nicht berücksichtigt haben. Reden kann jeder, machen nicht immer.

Lies dir die Wahlprogramme der Parteien durch. Am besten von der Website der Parteien selber, sie wissen schließlich am Besten, was sie wollen. Es kann oft viel zum Lesen sein, doch genau deshalb bieten viele Parteien ihre Themenschwerpunkte auch kurz und bündig an in einer Übersicht. Wenn du Interesse an einer Übersicht hast, solltest du dich jedoch näher zu ihrem Wahlprogramm informieren statt sie ohne Weiteres zu wählen.

Also: Geht wählen! Am Sonntag sind Wahlen.


Von Victoria Porten

Bildquelle:

https://www.grevenbroich.de/rathaus-buergerservice/politik-verwaltungsfuehrung/wahlen/bundestagswahlen/

Recherche:

https://m.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/zahlen-und-fakten/42240/staatliche-parteienfinanzierung

https://www.google.de/amp/s/amp.zdf.de/nachrichten/politik/bundestagswahl-kein-wahlrecht-100.html?espv=1