Kulturtage

Schulfest 2018

Alle zwei Jahre finden die Kulturtage anstelle des Sommerfests statt. Dieses Jahr 2018 war es wieder soweit. Am 13., 14. und 15. Juni fanden sich Schüler aller vier Jahrgangsstufen unserer Schule in zuvor gewählten Projekten wieder. Nicht nur Lehrer leiteten die Projekte, nein, auch Schüler hatten die Möglichkeit ergriffen, ein eigenes Projekt zu eröffnen und dieses mithilfe einer Aufsichtsperson erfolgreich durchgeführt.

Bei den Kulturtagen geht es darum, zweieinhalb Tage fern von dem Lehrplan einerseits fremde, aber eben auch bereits bekannte Kulturen näher kennenzulernen, indem das Wissen der Schüler eigens durch Recherche, beziehungsweise der gegebenen Möglichkeit an Erfahrungen im Sinne des Themas teilzuhaben, erweitert wird. Letztlich werden die einzelnen Projekte gerne den Mitschülern, deren Eltern und Freunden vorgestellt. Die Vorstellungen finden zumeist in Klassenzimmern statt, aber eben auch auf dem Schulhof, wo erarbeitete Tänze, Preisverleihungen sowie Musikprojekte den Zuschauern inmitten von Verpflegung, Sitzgelegenheiten und Projektständen präsentiert werden können.

Spricht man über Kultur denken viele zu aller erst an Landeskultur, wie es sich das Projekt Der Vergleich: Deutschland – Frankreich zu Herzen genommen hat und während einer Fahrt nach Wissembourg einige Unterschiede deutscher wie auch französischer Mentalität und Städte feststellen konnte. So seien Franzosen netter sowie verantwortungsbewusster und hätten außerdem veraltete Briefkastenmodelle.
Auch 650 Jahre – Kirchheimbolanden ist auf den Spuren unserer Landeskultur nach Kirchheimbolanden gefahren, um dort anhand einer Stadtrallye, eines Museums- und Schlossbesuchs näheres über deutsche, beziehungsweise pfälzische Geschichte zu erfahren. So besiegten preußische Truppen aus Berlin in dem ersten Gefecht des pfälzischen Aufstandes am 14.06.1849 im Schlossgarten die Freischärler (Angehörige einer Militärorganisation aus Mainz), deren letzte Männer (insgesamt 14) an der Mauer des Austragungsortes erschossen wurden.
Nationalparks prägen außerdem ganze Landstriche. Um näher zu erfahren, was es mit der Aufgabe auf sich hat, die Natur, Natur sein zu lassen, jedoch in gewissem Maße jene in die rechte Richtung zu lenken, hat sich eine Gruppe auf den Weg in den Nationalpark Hunsrück gemacht, um die bereits genannte Thematik zu verstehen als auch zu erleben und obendrein nach dem Motto Natur hautnah durch Wandern und Zelten in dem Nationalpark den Einklang des Menschen mit der Natur zu unterstreichen.
Die negativen Seiten einer Kultur, in unserem Falle die der Verbraucherkultur, müssen ebenfalls belichtet werden. Was der gnadenlose Massenkonsum für Tiere bedeutet, stellten die Schüler des Projekts Tierleid mit einer aussagekräftigen Collage dar. Und die künstlerisch Begabten brachten die Pein der Tiere ergreifend in Karikaturen zum Ausdruck.
Ging es eben noch um Wandern und künstlerische Darstellungen, so hat das Projekt Wandern und Zeichnen beides verbunden. Aus ihren Besuchen Oppenheims und den Weinbergen Alzeys brachten sie eigens gezeichnete Impressionen der Landschaft und Architektur mit. Sie beschränkten sich darauf, Acrylfarben zu verwenden.
Um reine Kunst, frei von jeglichen Einschränkungen, beschäftigte sich die Gruppe Konzeptlos. Die Künstler durften sich mit Farbe und Papier ausleben und zeigen, was ihnen im Sinn herumschwirrt.
Die einen konzentrieren sich auf das Verwenden der Farben, die andern wiederum legen ihren Schwerpunkt auf das Herstellen der Farbe. Werkstatt Pflanzenfarbe nutzten pflanzliche Mittel, erzeugten den Farbton und bewiesen auch, dass man mit der selbstgemachten Farbe malen kann.
Neben Kunst, Geschichte und Sport ist auch die Mathematik in den Projekten vertreten.
Das Matheprojekt nennt sich Mathematik zum Anfassen. Neben dem Behandeln von optischen Täuschungen und Rätseln haben sie außerdem eigene Formeln aufgestellt, so zum Beispiel eine für die Frau, wonach das Ergebnis folgendermaßen lautet: Frau = Probleme. Befasst wurde sich hier auch mit Fermi-Fragen (quantitative Abschätzungen für ein Problem, zu dem zunächst praktisch keine Daten verfügbar sind). Solche Fragen haben die Mathebegeisterten an unserer Schule auf die WM übertragen und beantwortet, zum Beispiel, ob alle Stadionbesucher auf dem Rasen Platz haben, wenn sie dicht genug zusammenrücken?
Summ…Summ…Summ… – für dieses Projekt besuchte ein Imker mit seinen Bienen unsere Schule. Hierbei hat die Gruppe einige interessante und auch wichtige Fakten über die Biene in Erfahrung gebracht, zum Beispiel dass ein Kilogramm Honig die Lebensarbeit von 300-400 Bienen darstellt und Obstanbau als auch Landwirtschaft die größten Nutznießer der Bestäubung durch Honigbienen sind.
Das Aufbau- und Landeskunstgymnasium Alzey trägt nicht nur den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, sondern lebt dieses Motto auch. Schließlich hat sich das gleichnamige Projekt in diesem Sinne dem Rechtsextremismus gewidmet, seinen Erkennungsmerkmal, den verschiedenen Formen, Hintergründen und Auswirkungen. Zu Gast war eine Expertin, die die Schüler näher über Rechtsextremismus informierte und auch warnte. Denn allein in Rheinland-Pfalz leben 650 Bekenner, davon sind 150 gewaltorientiert – was im ersten Moment wenig scheint, doch der Bericht eines Angriffes durch lediglich drei Neonazis, welcher zwölf Opfer forderte, macht deutlich, was 150 Menschen allein in Rheinland-Pfalz bewirken können!
Entgegen Rassismus und pro Akzeptanz steht zudem Olympische Spiele – Integration durch Sport. Es geht darum in Teamsportarten, wo Kommunikation sprachübergreifend funktioniert, seine Mitschüler mit ausländischer Herkunft in die Gruppe einzufügen. Erfahrungsgemäß heißt es: „Beim Sport zählt nicht die Herkunft, die Hautfarbe oder das Aussehen, nur allein das Können steht an erster Stelle!“. Wichtig seien Zusammenhalt, Gegenseitige Akzeptanz, das Beachten von Regeln und an oberster Stelle Toleranz, während Politik im Sport keine Rolle spielt.

Während des Schulfests am Freitagmittag verlief die Abstimmung für das schönste Aquarium, welche sich die Mitglieder des Aquascaping Projekts innerhalb der zweieinhalb Tage eingerichtet hatten. Dessen Preisverleihung zelebrierte man schließlich auf dem Schulhof. Der Sieger erhielt einen nagelneuen Aqua Cube.
Neben der Siegerehrung fanden ebenfalls zwei Tanzprojekte und die Band auf dem Schulhof Beifall. Tanz Hip-Hop und K-Pop (koreanischer Pop) gelang es in nur zwei Tagen die Choreographien zu proben und erfolgreich zu präsentieren. Dabei nahmen nicht nur tanzerprobte an den beiden Projekten bei, auch welche, die völliges Neuland betraten, fühlten sich sehr wohl.
In derselben Zeit konnte auch eine Band aus musikbegeisterten Schülern zusammengestellt werden und das Fest musikalisch begleiten, währenddessen die einen lauschten und der ein oder andere sich bei den Backfeen den kleinen Hunger und Durst stillte.

Natürlich funktionieren Projekte nur bei guter Organisation der Leiter, die die Kulturtage schlussendlich erst möglich machen. Ob Schüler oder Lehrer, die Projektleiter haben viel Arbeit und Aufwand in ein erfolgreiches Vorhaben gesteckt und ihnen ist auf jeden Fall großer Dank geschuldet. Doch wie ein Mitschüler aus dem Projekt Natur hautnah verlauten ließ, „steht und fällt eine Gruppe mit jedem; und ohne gute Laune und Engagement, wäre das nie so cool geworden!“.

Kulturtage dienen wie sich herausstellt nicht nur der Horizonterweiterung wie dem Wissenserwerb, sondern bringen, dank des stufenübergreifenden Systems, die gesamte Schülerschaft näher zusammen und sorgen somit ebenfalls für ein besseres Miteinander und Zusammenhalt, da hauptsächlich als Team gedacht und gearbeitet wird.

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