Maria Koch ist eine echte Erfolgsgeschichte. Es fing alles in Berlin-Mitte mit “Merch“, passend zum Kult Magazin 032c, an. In den Jahren folgten Kollaborationen mit Marken, wie den Sportswear Giganten „Adidas“, der Streetwear Marke „Stüssy“ oder der Schuhmarke „Birkenstock“. 032c etablierte sich hin zu einer Luxus Prêt-à-porter Linie, die seine diesjährige Kollektion zum ersten Mal während der begehrten Pariser Modewochen vorstellte, die in Luxus Boutiquen quer über den Globus verkauft wurden. Stars wie Designer Virgil Abloh, Rap Artist Ufo361 und Unternehmerin und Balenciaga Ambassadeur Kim Kardashian, lassen sich mittlerweile in Kleidungsstücken des Hauses 032c ablichten.

Paris, Mittwoch der 18 Januar 2024 im L´Oratorium des Louvre: Es hat sich das who is who der Modebranche versammelt. Stars wie Tyrone Dylan, rechte Hand und Muse von Rick Owens, Fashion Influencerin Caroline Daur und Mode Redakteurin und Gründerin von „Disruptive Berlin“ Brenda Weischer, alias „Brendahashtag“  und viele mehr besetzen die ersten Reihen der Show.

Die Melodie von „Iron Music“ erfüllt den Raum, die Show beginnt! Keine geringere als Topmodel und Covergirl von 032c Mona Tougaard eröffnet die Kollektion in einem perfekt anliegenden Kostüm in mitternachtsblau. Models sind zu sehen in unkonventionellen und im Mainstream, schon längst vergessenen und verhassten „skinny Jeans“. Andere Models wiederum tragen enganliegende Bleistiftröcke kombiniert mit passenden Strumpfhosen. Ein anderes Model trägt eine Bomberjacke, die schon fast zu klein für sie erscheint. Male Models tragen maßgeschneiderte Anzüge und an den Körper, perfekt angeschmiedete Hemden. Diese Silhouette wird gebrochen von weiten und locker anliegenden baggy Pants, langen weiten Trenchcoats, Pelzjacken und locker sitzenden Anzügen. Die Hosen der Models wurden mit einem bestimmten verfahren eigefärbt, indem zuerst graublau, moosgrün und burgunderrot und das Ganze schließlich mit schwarz überfärbt wird. Es gibt kein starkes Make-up, keine aufwendig frisierten Haare und auch keine Accessoires. Lediglich ein paar Sonnenbrillen, die in Zusammenarbeit mit „Mykita“ extra für die Kollektion zustande gekommen sind. Das Lied „You Need the Drugs“ erfüllt nun den Raum, das Grand Finale! Mona Tougaard ist in einem kleinen schwarzen Minikleid mit einer dramatischen Schleppe zu sehen. Sie stolziert über den Laufsteg, die anderen Models folgen ihr, Maria Koch kommt dazu.  Die Gäste legen ihre Handys zur Seite, ein seltener Anblick, es gibt Applaus und Jubel für die Designerin die ein strahlendes Lächeln auf den Lippen trägt.

Maria Koch möchte mit ihrer Kollektion nicht am Puls der Zeit sein, sondern möchte vielmehr, dass die Kollektion als „Anti Zeitgeist“ verstanden wird, der sich gegen die Gegenwart wert, anstatt sich mit ihr auseinanderzusetzen. Es soll eine Kollektion sein, die sich nicht wie in der Mode erwartet, die Frage um die Zukunft der Mode stellt.

Als Inspiration galt das Gemälde „Nighthawks“ auf Deutsch „Nachteule“ des amerikanischen Künstlers Edward Hopper, dass sich zur Zeit des amerikanischen Realismus einordnen lässt. Die Kollektion soll sowohl abends als auch tagsüber tragbar sein. So wie Maria Koch heute mit ihrer Kollektion sich von der Nostalgie distanzieren will, so malten Künstler des amerikanischen Realismus, mit dem gleichen Ziel, zugunsten eines unverfälschten Realismus.

Kritiker bemängelten die unkreativen Schnitte, dass zu wenig Risiko in Kauf genommen wurde „she played it to safe“, heißt es. Doch dem widerspreche ich, Maria Koch hat uns eine stimmige zeitlose und stilvolle Kollektion geliefert, die kein Ablaufdatum kennt, kein Mindestalter, eine Kollektion für Alt und Jung, eine Kollektion, die überwiegend aus Unisex Teilen besteht und bei dem für jeden etwas dabei ist. Das ist genau das, was wir in einer Zeit in der Micro Trends Social Media überschwemmen brauchen. Eine Zeit in der Marken die mit auffälligen, schon fast irrsinnigen Designs, die wenig mit wirklich zeitlosen Stil zu tun haben, auf publicity hoffen, auf ihre „5 minutes of fame“ mit Designs, die nur selten für den Otto normal Verbraucher entworfen sind. Und wenn doch, dann ist das Ergebnis:

Kurzlebige Kleidungsstücke, die selten länger als eine Saison getragen werden und als bekannte Schrankleichen in unseren Schubladen landen.

Also Nein she did not play it too safe!

Von Marley Eggleston

Hier geht es zur ganzen Show:

Bildquelle: @032c