Fridays For Future

“Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?”

– Greta Thunberg, 16-jährige Klima-Aktivistin im Streik

Nach dem Vorbild der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg, die bereits seit vielen Monaten für mehr Klimaschutz auf Europas Straßen protestiert und damit die Bewegung Fridays For Future für Schüler und Studenten gegründet hat, folgen ihr nun Teilnehmende in den Schulstreik, um auf diese Art und Weise zu demonstrieren, dass eben wir die Leidtragenden des Klimawandels und der Fahrlässigkeit der Regierungen sind.

Es ist das absolute Recht der Schülerinnen und Schüler, für die eigene Zukunft zu kämpfen und doch machen sich die jungen Menschen, die freitags den Schulbesuch verweigern, angreifbar. Denn am Ende sind es die verpassten Schulstunden, die Politiker beklagen, anstatt die Worte der Aktivisten stärker zu gewichten. Aber eben die dadurch entstehende Aufmerksamkeit macht den Protest erfolgreich.

Für welche Zukunft lernen? Gleichzeitig hat der Schulstreik eine symbolische Wirkung: Unsere Welt, wie wir sie heute kennen, ist bedroht von den seit Jahren ansteigenden Treibhausgas-Emissionen, dem Abbau von Kohle, Gas und Ölen. Es sind bereits erste Folgen des Klimawandels deutlich zu erkennen, so das Abschmelzen der Polkappen, die zunehmenden Wetterextreme und das Ausbleichen der faszinierenden Korallenriffe. Es ist eine Frage der Zeit, bis der menschengemachte Klimawandel unaufhaltsam die Erde verändert und unsere Zukunft dahinrafft. Letztlich zählt doch jede Sekunde in dem Rennen gegen die Zeit, das möglicherweise noch gewonnen werden kann. Und trotzdem sollen Schülerinnen und Schüler weiter brav die Schule besuchen, um das Fundament für ihr späteres Leben zu legen, für ihre Zukunft, von der wir wissen, wie bedroht sie von der jetzigen Handlungsunfähigkeit der Politik ist, die den Schülern zu wenig Respekt entgegenbringt?

„Klimaschutz ist was für Profis“, kommentierte Christian Lindner zum Beispiel die Bewegung. Dieser Kommentar verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, die sogenannten „Profis“ auf die Ernsthaftigkeit der Klimakatastrophe aufmerksam zu machen, schließlich schafften diese es jahrzehntelang nicht, die Herausforderungen in den Griff zu bekommen. Obendrein ist es langsam an der Zeit die herablassenden Meinungen der älteren Generationen über die jungen Leute eines Besseren zu belehren, denn Kompetenz ist lange keine Altersfrage mehr!

Menschen, die die Meinung Lindners teilen, sehen in jungen Leuten einzig das Bild der handysüchtigen, verwöhnten, unerzogenen und Schule schwänzenden Generation, die noch keine Ahnung vom Leben hat. Es gehe ihnen nur darum, blau zu machen und Politiker zu beschimpfen. Zugegeben, auf den ersten Blick denkt man an Heuchler, die davon reden, die Welt zu verbessern, aber selbst außer an einem Tag der Woche, dem Freitag, ein völlig umweltschädliches Leben führen und auf populistische Art und Weise Forderungen aufstellen, die politisch überhaupt nicht erfüllbar sind.

Diese Einstellung gegenüber den Freitagsdemonstranten wird eben auch dadurch gefördert, dass der „Streik“ für mehr Klimaschutz mit dem Recht auf Bildung in Verbindung gebracht wird, wofür Gleichaltrige in Entwicklungsländern mehr als dankbar wären. Außerdem kämpft man letztlich für eine sichere Zukunft auf der Erde mit dem Ziel, wirklich den Klimawandel zu stoppen, und dann sollte man nicht seine eigene Zukunft durch das Schwänzen der Schule gefährden.

Zum anderen werden Regierungen unmäßig stark kritisiert, während gleichzeitig heikle Forderungen dargelegt werden, wie nie wieder mit dem Flugzeug zu fliegen, was ehrlich gesagt eine Rückwärtsentwicklung wäre.

Dennoch darf man nicht behaupten, die Klima-Aktivisten sprächen mit leeren Worten! Viele achten auf einen umweltbewussteren Lebensstil, wie weniger Kleidung einzukaufen, möglichst mit umweltfreundlicheren Transportmitteln zu fahren oder vegetarisch zu leben.

Um am Ende tatsächlich eine Veränderung zu bewirken, muss ein realistisches Konzept her, das die Politiker nicht einfach mit Schule schwänzen abwimmeln können. Grundsätzlich muss man nicht auf Schulbildung verzichten, um für Klimaschutz zu kämpfen! Es gibt viele Wege, sich für eine sichere Zukunft auf der Erde einzusetzen. So ist bereits ein großer Schritt getan, kann man sein nahes Umfeld zu einem bewussteren Lebensstil inspirieren. Die Jugendbewegung darf nicht aufgeben und nicht nur auf das Handeln der Regierungen warten, sondern sie sollte die Gesellschaft als Ganzes ansprechen und jeden ermutigen, Rücksicht auf die Erde zu nehmen.

https://fridaysforfuture.de/about/
Foto: dpa / Christoph Soeder

~ Carolin Ochs

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