Die Achterbahnfahrt, die sich die Oberstufe nennt.
Waren 2 1/2 Jahre umsonst? Hab ich genug gelernt? Reicht es für 20 Punkte? Wird Herr Bettche zu mir kommen?

Alles Mögliche schwirrt einem im Kopf herum und es ist völlig normal, sich Gedanken zu machen. Meine Panik war sogar so groß, dass sie mir sogar den Schlaf und meine Motivation zu lernen (die eh schon gering war) geraubt hat. Noch dazu ging im Februar Herr Bettche durch die Räume und wurde zum Albtraum aller Schüler des 13. Jahrgangs. Wird man jetzt rausgeholt oder wird man es nicht? Geht die Welt unter, wenn ich keine 20 Punkte habe? Usw. Alleine das Betreten von Herr Bettche führte zur Totenstille in einem Saal und zum Steigen der Blutdrücke. Zusammenfassend gesagt, es herrschte eine bedrückende Stimmung. Noch dazu füllte sich mein Kopf mit Fragen, da ich mich ehrlich gesagt die letzten zwei Jahre nicht um Themen wie das Klammern von Noten oder welche Fächer überhaupt eingebracht werden müssen, gekümmert habe. Im Nachhinein kann ich sagen, dass dies ein Fehler war. Gut gemeinter Rat: redet mit Herr Bettche, egal ob es um die Zeugnisse oder die „Regeln“ (5-Punkte Regel etc.) des schriftlichen und mündlichen Abiturs geht. Er hat den Überblick. Aus Erfahrung kann ich auch sagen, es verbreiten sich schnell Fehlinformationen. Ich habe bis zur 12/2 gedacht, ich könnte Biologie klammern, weil mir eine Lehrkraft dies so vermittelte, aber falsch gedacht.


Probleme gibt es in jedem Jahrgang, vielleicht zieht nicht jeder an einem Strang oder trägt zur Abiballfinanzierung bei. So backt eine Person vier Kuchen für den Kuchenverkauf, eine andere Person keinen. Damit muss man umgehen können. Und ich kann sagen, dass unsere Komitees das Ganze zum Schluss gut gemeistert haben.

Das Schulleben war von Höhen und Tiefen geprägt. Das ist völlig normal, nicht alles läuft immer perfekt. Ich hatte Kurse, in denen ich mich wohlgefühlt habe, aber auch welche, die ich nicht wirklich mochte. Der Kurs- und Lehrerwechsel am Anfang der 12. Klasse war definitiv eine Erfahrung. Aber man gewöhnt sich schnell an die Veränderungen. Es ist nicht immer alles so schlimm, wie es zuerst erscheint. Zum Beispiel kam ich am zweiten Tag der 11. Klasse weinend nachhause, jetzt fällt es mir schwer, der Schule auf Wiedersehen zu sagen. Für eine Sache muss ich mich bei der Schule bedanken: Ich habe endlich kapiert, dass mich schulische Leistungen nicht als Mensch definieren und ich auf jeden Fall viele andere Qualitäten habe, die nichts mit guten Noten zu tun haben.

geschrieben von Kimberly Zimmer (ehemalige Schülerin)